Mittwoch, 15. Oktober 2003

Hagener Rundschau

Sein eigener Chef sein: Unternehmungslust

Go!to School-Truck mit virtuellen Chefsesseln - Schüler entwickeln Geschäftsideen

Hagen. (cil) Dennis Amann ist unternehmungslustig - und nach knappen fünf Minuten pleite. Zwei, drei falsche Geschäftsentscheidungen, und sein virtueller Saftladen ist den Bach 'runter gegangen. Das war's mit dem Chefsessel - das Geld ist futsch, der junge Mann um eine Erfahrung reicher.

Um diese Erfahrungen geht es rund um den "Go!to school" -Truck des Gründungsnetzwerkes NRW. Die eigene Firma gründen: Dazu braucht's mehr als eine Idee. Um schon bei Schülern Unternehmungslust zu wecken, ist der Truck samt seiner Mitarbeiter an den allgemein- und berufsbildenden Schulen im Land unterwegs. Haltestelle gestern und heute zum Berufsschultag: Das Cuno Berufskolleg.

Während die Schülergruppen im Truck den ererbten Saftladen vergolden oder aus dem Handelsregister streichen, müssen sich die Schüler in den Klassen mit eigenen Geschäftsideen auseinander setzen. Klar: Sein eigener Chef sein, mehr Geld Verdienen, die Arbeitszeit selber festlegen und sich über den Beruf verwirklichen - reizende Aussichten. Dass damit ein finanzielles Risiko, längere Arbeitszeiten, mehr Stress einher gehen können? "Die Pause ist verschoben. So flexibel müssen Unternehmer sein", macht Go-Mitarbeiter Dirk Eickelmann kurzen Prozess. Und verlangt den Gruppen ihre Konzepte mit Standortwahl, Konkurrenzeinschätzung etc. ab.


Erreichbarkeit und Service - zwei Dinge, die sich die künftige Computerfirma auf die Fahne geschrieben hat. Dass die sich ganz schön ins Zeug legen muss, um die Wettbewerber zu übertrumpfen - keine Frage. Ein Freizeitpark am Rande Hagens, der Youth Planet, für die Zielgruppe der 16- bis 30-Jährigen: Damit will Gruppe 2 eine Marktlücke treffen

"Wenn diese Altersgruppe Geld ausgibt, dann für ihre Freizeit", schätzen die Macher. Motto: "Hauptsache Spaß". Die Ideenschmiede hat gedanklich grundlegende Weichen gestellt. Aber was ist mit Catering, Unterverpachtung, Gewinnbeteiligungen?

Geschäftsidee Nummer 4 fängt bei Adam und Eva an: Eine Partnervermittlung... Unternehmerisches Denken, Perspektiven-Wechsel, .Berufswünsche hin in Richtung Selbstständigkeit: Themen, die auch im Unterricht aufgegriffen und bearbeitet werden, unterstreicht Studienrat Rainer Schiffer, der die fertigungs- und konstruktionstechnischen Assistenten in der Berufsausbildung parallel zum Fachabi begleitet.

Beim Berufsschultag heute gehen die Schüler in die Planspiel-Produktion. Firmensitz: Das C-Gebäude des Berufskollegs.